Padel-Regeln einfach erklärt: Aufschlag, Zählweise und Wandspiel

Lorenz Wyludda
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27.7.2026
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9
Minuten
Lorenz Wyludda, Gründer von Padel Theory
Gelber Ball auf einem roten Sandplatz

Padel wirkt beim ersten Zuschauen sofort vertraut: Schläger, Netz, Ballwechsel. Sobald Glaswände und Gitter ins Spiel kommen, entstehen aber die typischen Fragen. Darf der Ball nach dem Boden an die Scheibe? Muss ich den Aufschlag unterhalb der Hüfte treffen? Und wann ist ein Ball wirklich aus?

Dieser Guide erklärt die Padel-Regeln so, dass du direkt auf den Court gehen kannst. Wenn du zuerst wissen möchtest, wo du in der Region spielen kannst, starte mit unserem Einsteiger-Ratgeber für Padel in Hannover. Angebote, Trainingsformate und den geplanten Standort findest du auf unserer Seite Padel in Hannover.

Die fünf wichtigsten Padel-Regeln in 60 Sekunden

  1. Padel wird regulär im Doppel gespielt. Zwei Teams mit je zwei Personen treten auf einem 10 × 20 Meter großen Court gegeneinander an.
  2. Der Aufschlag erfolgt von unten. Der Ball muss zunächst hinter der Aufschlaglinie aufspringen und wird diagonal in das gegenüberliegende Aufschlagfeld gespielt.
  3. Gezählt wird grundsätzlich wie im Tennis. 15, 30, 40 und Spiel; ein Satz geht normalerweise bis sechs Spiele mit zwei Spielen Abstand.
  4. Glas und Gitter gehören zum Spiel. Im Ballwechsel darf der Ball nach dem ersten Bodenkontakt im Feld die Wand oder das Gitter berühren. Vor dem zweiten Bodenkontakt muss er zurückgespielt werden.
  5. Der Ball muss auf der Gegenseite zuerst den Boden treffen. Spielst du ihn direkt an die gegnerische Scheibe oder den gegnerischen Zaun, verlierst du den Punkt.

Court, Teams und Start des Matches

Der reguläre Padel-Court ist zehn Meter breit und zwanzig Meter lang. Das Netz teilt ihn in zwei Hälften. Linien markieren nur die Aufschlagfelder; während des offenen Ballwechsels spielt die gesamte eigene beziehungsweise gegnerische Spielfläche eine Rolle. Die Rück- und Seitenwände bestehen je nach Abschnitt aus Glas oder festem Material und Metallgitter.

Im offiziellen Spiel stehen vier Personen auf dem Platz. Jede Mannschaft entscheidet selbst, wer links und wer rechts beginnt. Diese Reihenfolge bleibt für den jeweiligen Satz bestehen. Vor dem Match wird ausgelost, welches Team zuerst aufschlägt oder zurückschlägt und welche Seite es wählt. Die Teams wechseln nach dem ersten, dritten und jedem weiteren ungeraden Spiel die Seiten.

Für Anfänger ist eine einfache Absprache besonders wertvoll: Wer nimmt Bälle durch die Mitte, und wer ruft „meiner“? Viele verlorene Punkte entstehen nicht durch Technik, sondern weil beide zum Ball gehen oder niemand Verantwortung übernimmt.

Der Aufschlag: Schritt für Schritt

Der Aufschlag ist die Regel, die Padel am deutlichsten vom Tennis unterscheidet. Er wird nicht über Kopf gespielt, sondern nach einem Bodenkontakt unterhalb beziehungsweise auf Höhe der Hüfte.

  1. Stelle dich hinter die Aufschlaglinie in das richtige Aufschlagfeld. Berühre beim Schlag weder die Linie noch den Court vor ihr.
  2. Lasse den Ball im eigenen Aufschlagbereich einmal aufspringen.
  3. Triff den Ball auf oder unter Hüfthöhe. Beim Schlag muss mindestens ein Fuß Bodenkontakt haben; Laufen oder Springen ist nicht erlaubt.
  4. Spiele den Ball diagonal über das Netz in das gegenüberliegende Aufschlagfeld.
  5. Beginne das erste Aufschlagspiel von rechts und wechsle nach jedem Punkt die Seite.

Die Begrenzungslinien des Aufschlagfeldes zählen zum Feld. Pro Punkt gibt es zwei Aufschlagversuche. Sind beide fehlerhaft, geht der Punkt an das gegnerische Team. Die Rückschläger müssen den Aufschlag einmal aufspringen lassen; eine direkte Volley-Rückgabe ist nicht erlaubt.

Netzaufschlag und Gitterkontakt

Berührt der Aufschlag das Netz und landet anschließend korrekt im diagonalen Aufschlagfeld, wird er wiederholt, sofern er vor dem zweiten Bodenkontakt nicht das Metallgitter berührt. Springt ein ansonsten korrekt platzierter Aufschlag nach dem Boden direkt an eine Glaswand, bleibt er spielbar. Trifft er nach dem Boden zuerst das Metallgitter, ist es ein Aufschlagfehler.

Zählweise: Punkte, Spiele, Sätze und Match

Die Standardzählweise lautet 15, 30, 40 und Spiel. Gewinnt jedes Team drei Punkte, steht es 40:40 beziehungsweise Einstand. In der klassischen Vorteilszählweise erhält das Team nach dem nächsten Punkt Vorteil. Erst zwei gewonnene Punkte in Folge ab Einstand entscheiden das Spiel.

Ein Satz wird normalerweise gewonnen, sobald ein Team sechs Spiele erreicht und zwei Spiele Vorsprung hat, zum Beispiel 6:4. Bei 6:6 entscheidet üblicherweise ein Tie-Break. Dort werden die Punkte fortlaufend als 0, 1, 2 und so weiter gezählt. Gewonnen ist er ab sieben Punkten mit mindestens zwei Punkten Abstand. Ein Match wird in der Regel über zwei Gewinnsätze gespielt.

Golden Point und Star Point

Neben der klassischen Vorteilszählweise kennt das offizielle Regelwerk alternative Formate. Beim Golden Point entscheidet bei Einstand ein einzelner Punkt über das Spiel; das rückschlagende Team wählt die Aufschlagseite. Der Star Point begrenzt die Zahl der Einstandsrunden und führt später ebenfalls zu einem Entscheidungspunkt. Turnierleitung, Liga oder Gruppe sollten vor dem Start eindeutig festlegen, welche Zählweise gilt. Für ein Freizeitmatch genügt die kurze Frage: „Mit Vorteil oder Golden Point?“

Glaswand und Gitter richtig nutzen

Die Wände machen Padel taktisch besonders. Entscheidend ist die Reihenfolge der Kontakte. Kommt der Ball von den Gegnern, muss er zuerst in deinem Feld aufspringen. Danach darf er die eigene Glaswand oder das Gitter berühren. Du kannst ihn noch zurückspielen, solange er kein zweites Mal den Boden berührt hat.

Du darfst einen Ball im offenen Ballwechsel auch direkt aus der Luft spielen. Das ist ein Volley. Beim Return des Aufschlags gilt die Ausnahme: Hier muss der Ball zuerst aufspringen. Außerdem darfst du einen Ball über die eigene Glaswand zurückspielen. Von dort muss er auf der gegnerischen Seite zuerst den Boden treffen. Diese Variante wirkt anfangs ungewöhnlich, wird aber mit etwas Übung zu einem kontrollierten Rettungsschlag.

Nicht erlaubt ist der direkte Schlag an die gegnerische Wand oder das gegnerische Gitter. Der Ball muss zuvor im gegnerischen Feld aufkommen. Springt er dort korrekt auf und fliegt anschließend an Glas oder Zaun, läuft der Ballwechsel weiter.

Wann ist der Ball aus oder der Punkt verloren?

Ein Team verliert den Punkt insbesondere in diesen Situationen:

  • Der Ball springt im eigenen Feld ein zweites Mal auf.
  • Der Ball landet außerhalb des gegnerischen Feldes oder trifft dort Wand beziehungsweise Gitter, bevor er den Boden berührt.
  • Eine Person, ihr Schläger oder ihre Kleidung berührt bei laufendem Punkt das Netz oder die gegnerische Spielfeldhälfte.
  • Der Ball berührt den Körper oder die Kleidung eines Spielers statt des Schlägers.
  • Ein Team berührt den Ball zweimal oder beide Partner treffen ihn nacheinander.
  • Der Ball wird geschlagen, bevor er das Netz zur eigenen Seite überquert hat.
  • Beim Aufschlag passieren zwei Fehler hintereinander.
  • Der Schläger wird ohne vorgeschriebene Sicherheitsschlaufe benutzt oder die Schlaufe löst sich während des Punkts.

Ein wichtiger Sonderfall: Nach einem Smash kann der Ball im gegnerischen Feld aufspringen, von deren Wand zurück über das Netz fliegen und wieder auf deine Seite kommen. Du darfst ihn dann spielen, bevor er erneut den Boden berührt. Du darfst außerdem über das Netz greifen, wenn der Ball zuvor regelkonform auf der gegnerischen Seite aufgesprungen und durch Rückdrall zurückgekehrt ist. Das Netz selbst darfst du dabei nicht berühren.

Zehn typische Anfängerfehler

  1. Jeden Ball hart spielen: Kontrolle und Platzierung bringen meist mehr als Tempo.
  2. Vor der Scheibe stehen bleiben: Gib dem Ball nach dem Bodenkontakt Raum, damit du den Abprall lesen kannst.
  3. Die Wand als „Aus“ behandeln: Nach dem ersten Bodenkontakt gehört sie zum Ballwechsel.
  4. Den Aufschlag volley nehmen: Der Return muss aufspringen.
  5. Von oben aufschlagen: Der Trefferpunkt liegt auf oder unter Hüfthöhe.
  6. Direkt auf die gegnerische Scheibe zielen: Der Ball braucht zuerst Bodenkontakt im Feld.
  7. Zu dicht am Netz kleben: Ein Lob überwindet beide Spieler und verschiebt den Vorteil.
  8. Die Mitte nicht kommunizieren: Früh und laut absprechen, wer übernimmt.
  9. Den zweiten Aufschlag riskieren: Ein sicherer Ball ins Feld ist wertvoller als ein vermeidbarer Doppelfehler.
  10. Ohne Sicherheitsschlaufe spielen: Die Schlaufe schützt Mitspieler und gehört regelkonform ans Handgelenk.

Wer stabiler stehen, schneller bremsen und sicherer aus der Glaswand spielen möchte, profitiert zusätzlich von gezielter Vorbereitung. Auf unserer Seite zur Padel-Athletik erklären wir die wichtigsten Grundlagen.

Ein kompletter Beispiel-Ballwechsel

Team A schlägt von rechts diagonal auf. Der Ball landet auf der Linie des richtigen Aufschlagfeldes – die Linie zählt, also ist der Aufschlag gut. Die Rückschlägerin lässt ihn aufspringen und spielt kontrolliert cross zurück. Team A nimmt den Ball als Volley. Der Ball springt im Feld von Team B auf und trifft danach die hintere Glasscheibe. Das ist weiterhin korrekt.

Team B wartet den Abprall ab und spielt über die eigene Scheibe einen Lob. Er landet zuerst im Feld von Team A. Einer der Spieler versucht einen Smash. Der Ball springt bei Team B auf, trifft deren Rückwand und fliegt hoch zurück. Team A erreicht ihn noch vor dem zweiten Bodenkontakt und spielt ihn erneut. Erst als der nächste Ball zweimal bei Team B aufspringt, ist der Punkt beendet. Genau dieses Weiterdenken nach dem Wandkontakt macht Padel so dynamisch.

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Häufige Fragen zu den Padel-Regeln

Darf der Ball beim Padel die Wand berühren?

Ja. Im Ballwechsel muss der Ball auf der Gegenseite zuerst den Boden berühren. Danach darf er Glaswand oder Gitter treffen und bleibt bis zum zweiten Bodenkontakt spielbar. Ein direkter Schlag an die gegnerische Wand ohne vorherigen Bodenkontakt ist dagegen aus.

Muss der Aufschlag unterhalb der Hüfte gespielt werden?

Der Ball muss auf oder unter Hüfthöhe getroffen werden. Vor dem Schlag lässt der Aufschläger ihn im eigenen Aufschlagbereich aufspringen und spielt ihn diagonal in das gegenüberliegende Feld.

Wie oft darf der Ball aufspringen?

Einmal. Vor dem zweiten Bodenkontakt muss dein Team den Ball zurückspielen. Nach dem ersten Aufsprung darf er im eigenen Feld noch Wand oder Gitter berühren.

Was passiert, wenn der Aufschlag das Netz berührt?

Landet er anschließend korrekt im diagonalen Aufschlagfeld und berührt vor dem zweiten Bodenkontakt nicht das Metallgitter, wird der Aufschlag wiederholt. Landet er nicht korrekt, ist er ein Fehler.

Wird Padel immer im Doppel gespielt?

Das reguläre Spiel findet mit zwei Teams aus jeweils zwei Personen statt. Es gibt kleinere Einzel-Courts und Freizeitvarianten, doch das offizielle Standardformat ist Doppel.

Was ist der Golden Point?

Der Golden Point ist eine alternative Zählweise. Bei Einstand entscheidet ein einziger Punkt das Spiel; das rückschlagende Team bestimmt die Seite des Aufschlags. Vor dem Match sollte geklärt werden, ob Golden Point oder klassische Vorteilszählung gilt.

Bereit für dein erstes Match?

Du musst nicht jede Sonderregel auswendig kennen, bevor du beginnst. Für die ersten Spiele reichen ein korrekter Aufschlag, die Ein-Boden-Kontakt-Regel und das Verständnis, dass Glas nach dem Aufsprung Teil des Spiels ist. Den Rest lernst du am schnellsten im Ballwechsel.

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Quelle und Regelstand: Offizielles FIP-Regelwerk 2026. Für konkrete Turniere gelten zusätzlich die Ausschreibung und die Vorgaben der jeweiligen Organisation.

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